
Eine Reise ans Meer oder doch lieber in die Berge? Slowenien – das vergleichsweise kleine Land an der Adria – hat sowohl ein atemberaubendes Gebirge mit dem 2864 Meter hohen Triglav, als auch eine 46,6 km lange Küstenlinie zu bieten. Von wegen Qual der Wahl: Die kurzen Entfernungen innerhalb Sloweniens ermöglichen es dir, nach einer ausgiebigen Wanderung in den Bergen abends frische Meeresfrüchte mit Meerblick genießen zu können. Klingt klasse, oder? 🙂
Welche Highlights du auf einem einwöchigen Roadtrips (im Herbst) erleben kannst und welche kunstvolle Urlaubserinnerung ich im Anschluss an unsere Slowenien Reise kreiert habe, möchte ich gern mit euch teilen.
1. Bosnische Gaumenfreuden & Wein in Maribor



Bei unserer Ankunft in Maribor, knapp 22 km hinter der österreichischen Grenze, waren wir direkt vom niedrigen Altersdurchschnitt der Einwohner überrascht. Kein Wunder, denn Maribor ist eine Universitätsstadt mit 15 Fakultäten und rund 20.000 Studierenden, die sich in den kleinen Gassen und hippen Lokalen der Innenstadt tummeln.
Die Altstadt Maribors lässt sich leicht zu Fuß erkunden, wobei du einen Stopp bei der weltweit ältesten Weinrebe einplanen solltest. Diese rankt seit dem Mittelalter an der Fassade eines Hauses, direkt am Ufer der Drau. Seit über 400 Jahren konnten ihr weder Brände noch Kriege und auch nicht die Reblaus etwas anhaben – ein wahres Wunder! Bis heute trägt sie immer noch Früchte der Sorten Schwarzsamtene bzw. Blauer Kölner, die zu den ältesten heimischen edlen Weinsorten Sloweniens gehören. 35 bis 55 kg der symbolischen jährlichen Ernte wird in 2,5 dcl Fläschchen des berühmten Künstler Oskar Kogoj abgefüllt und kann als wertvolles, protokollarisches Geschenk eingesetzt werden , denn pro Jahr werden nicht mehr als 100 Fläschchen abgefüllt!





Erst in 2023 wurde Maribor übrigens unter die Top 3 der kulinarischen Städte Europas gewählt. Daher waren wir uns direkt sicher, wo wir für Slowenien typische Gerichte probieren wollten – wenn nicht hier, wo dann? 😉
Mein Restauranttipp: In der Innenstadt entdeckten wir dieses gemütlich und originell eingerichtete Lokal – Baščaršija Maribor Poštna. In der Speisekarte findest du zu jedem Gericht die passende Abbildung. Wenn du dich also genauso wenig wie wir vorab mit der Kulinarik Bosniens beschäftigt hast, ist das ein echter Pluspunkt. Außerdem siehst du so direkt, wie üppig deine Mahlzeit ausfallen wird.
2. Bled oder Bohinj?



Wenn du im Internet nach Fotos von Slowenien suchst, ist der Bleder See das Motiv schlechthin. So konnten wir uns einen Besuch natürlich nicht entgehen lassen. Was auf den Fotos jedoch meist wie ein idyllischer See abseits der Zivilisation wirkt, ist in Wahrheit eine gut erschlossene Touristenattraktion. An zahlreichen Anlegestellen warten Bootsführer auf Reisende, die auf die kleine Insel in der Mitte des Sees übersetzen wollen. Wir entschieden uns dafür, den See zu umrunden, was sogar mit Kinderwagen oder Rollstuhl bequem möglich wäre. Entlang dieses Rundweges befinden sich zahlreiche Cafés sowie weitere Ausflugsziele wie Wanderwege zur Burg oder in die Umgebung.
Auf kulinarischer Ebene hat der Ort ebenfalls etwas zu bieten: Die Original Bleder Cremeschnitte ist ein Wahrzeichen Sloweniens, besteht aus Blätterteigblättern und einer Vanillecremetorte und sollte unbedingt vor Ort probiert werden!

Während sich der See in Bled für jemanden um die 30 Jahre wie ein Kurort für Personen jenseits der 50 anfühlt, haben wir die Natürlichkeit des Sees in Bohinj geliebt. Umgeben von rauen Felsen, die am Rande des Sees in den Himmel ragen, spiegeln sich die Wälder in der spiegelglatten Oberfläche – gerade im Herbst ist das richtig schön anzusehen!
Die Seen Bled und Bohinj liegen nur knapp 30 Minuten Fahrzeit voneinander entfernt und können daher bequem an einem Tag besucht werden.
3. Die slowenische Küste & ihre Perle – Piran




Gerade einmal 46,6 km ist die slowenische Küste lang. Sicherlich hast du schon einmal von der Perle der slowenischen Adria – Piran – gehört. Dort erwarten dich Gebäude im venezianischen Stil. Bei einem Besuch mit dem Auto, nutze am besten die Garage Arze. Diese befindet sich nahe der Stadtmauer, welche du demnach zuerst besuchen und von ihr aus die freie Sicht auf das kleine Örtchen genießen kannst.




Im Anschluss kannst du durch die kleinen Gässchen schlendern und ein Abendessen an der Küste genießen. Im Sommer herrscht hier sicherlich reges Treiben – im Herbst konnten wir das Städtchen jedoch abseits der Touristenmassen erkunden.
4. Die Mondbucht bei Strunjan



Nahe unserer Unterkunft in Strunjan gab es zahlreiche Wanderrouten. Eine davon führte uns zur berühmten Mondbucht. Leider war der Himmel wolkenverhangen, sodass wir nur erahnen konnten, in welchen Farben das Meer in dieser Bucht bei Sonnenschein schimmert. Während wir einige Stunden den fast menschenleeren Strandabschnitten genossen, Muscheln sammelten und spazierten, ließen wir uns von einem Einheimischen sagen, dass man hier im Sommer Glück haben muss, um überhaupt einen Liegeplatz zu ergattern.
Aus meinen Funden vom Strandabschnitt der Mondbucht habe ich das Objekt „Steckmuschel“ entworfen. Übrigens: Die Edle Steckmuschel (Pinna nobilis) ist eine ganz besondere Muschel. Sie ist mit einem Alter von bis zu 50 Jahren sehr langlebig und kommt nur im Mittelmeer vor. Außerdem kann sie eine unglaubliche Höhe von bis zu 1,20 m erreichen und ist damit die größte Muschel in Europa. Schaut euch nur mal diese Farbvielfalt an!



„Steckmuschel“ | Steckmuscheln, Holz, Eisen, Baumwolle | 2023 | 37 x 52 cm
5. Gehe wandern!




Rund um Maribor gibt es zahlreiche Wanderwege, die auf der Website der Stadt wunderbar beschrieben sind. Wir entschieden uns spontan für die Wanderung zu den Seen Lovrenc. Torfmoore, Seen und eine Aussicht, die wir nie wieder vergessen, sollten uns vor Ort erwarten. Trotz 1027 Höhenmetern wurde die Wanderung als leicht eingestuft – na dann mal los.
So begannen wir unsere Tour gegen 11 Uhr ab Lovrenc na Pohorju. Dank GPX Datei und ausreichender Beschilderung war die Route gut ersichtlich. Dass es jedoch die gesamte Strecke von 8,5 km steil bergauf gehen würde, hatten wir bei einer „leichten“ Wanderung nicht erwartet. Der Weg verlief durchweg durch Wälder, über deren Schutz wir dank des frischen Windes und zeitweisen Regens froh waren. Da wir erst spät gestartet sind, erreichten wir unser Ziel leider nicht vor Einbruch der Dunkelheit und drehten vorzeitig um. Rückblickend war es dennoch einer unserer schönsten Tage in Slowenien!





Pluspunkt auf der Wanderung: Uns wurden zahlreiche „Sammelmöglichkeiten“ am direkten Wegesrand versprochen. Von reifen Esskastanien über Brunnenkresse bis hin zu Heidelbeeren, für die wir leider nicht zur passenden Saison kamen, fanden wir reichlich Essbares. 😉
6. Die Höhlen von Škocjan



Slowenien hat eine Vielzahl an Tropfsteinhöhlen zu bieten. An stürmischen und verregneten Tagen gibt es also super Alternativen, wodurch wir auf dieses Höhlensystem stießen. Die Höhlen von Škocjan haben uns sehr beeindruckt. Die Besonderheit: ein Fluss bahnt sich seinen Weg durch das Innere und kommt erst in die Italien wieder an die Oberfläche. Kaum zu glauben, dass es zweimal seit der Entdeckung zu Überschwemmungen kam, die sogar einmal die in 120 Metern Höhe befindliche Brücke unter Wasser setzte.
Die Tour kann nur mit Guide und als Gruppe zu bestimmten Zeiten durchgeführt werden. Du erfährst jedoch viele interessante Infos zur Entstehung und Entdeckung – absolute Empfehlung!
Ich wünsche dir viel Freude bei der Planung deiner ersten oder nächsten Reise nach Slowenien und hoffe, du kannst sowohl die Berge als auch die Küste in vollen Zügen genießen!
