Italienisches Flair – 7 Tipps für ein Wochenende in Venedig

In der Natur kann ich mich verlieren. Grüne, weite Landschaften, kleine verwunschene Ortschaften – nur sehr selten fühle ich mich mitten im Tourismus und in dem Trubel von Großstädten wohl. Italien hat zahlreiche kleine Dörfer und Städte zu bieten. Doch wenn ich an die Lagunenstadt im Norden des Landes denke, schlägt mein Herz besonders schnell.

Das Wasser des Mittelmeers schwappt kräftig gegen die Bürgersteige, große und kleine Brücken laden zum Verweilen ein und in den engen, verwundenen Gassen fällt es schwer, sich nicht zu verlieren. Ganze viermal habe ich Venedig bereits besucht und immer wieder verborgene, sehenswerte Ecken entdeckt.

Dass Venedig mehr als nur einen Tagesausflug wert ist, steht außer Frage. Meine Tipps für euren mehrtägigen Aufenthalt habe ich hier für euch zusammengefasst.

1. Bleibe über Nacht

Wenn die Tagestouristen die Stadt verlassen haben, wird es überraschend ruhig in der Lagune. Die Gondeln werden an den Seitenwänden der Kanäle festgebunden und die wenigen Lampen tauchen die Gassen in ein schummriges Licht. Wer denkt, dass hier abends sprichwörtlich der Bär steppt, der irrt sich gewaltig. Es ist, als würde die Stadt sich ganz langsam zurückziehen, kurz aufatmen, um dann am nächsten Morgen erneut von Gästen überschwemmt zu werden. Ich mochte dieses Flair, das Tagestouristen meist verborgen bleibt.

Mein Hoteltipp: Während zwei meiner Aufenthalte war das Hotel Olimpia meine erste Wahl. Die Unterkunft befindet sich am Stadtrand direkt an einem Kanal, der Busbahnhof ist nur 5 Minuten zu Fuß entfernt und für alle Autoreisenden befinden sich Parkhäuser in unmittelbarer Nähe. Zeitgleich gelangt ihr von hier aus ganz unkompliziert zu Fuß oder per Boot in die Innenstadt. Die Zimmer sind im venezianischen Stil eingerichtet und im Sommer gibt es eine kleine Terrasse mit Garten, auf der ihr mit einem leckeren Frühstück in den Tag starten könnt.

2. Boot statt Auto

Falls ihr mit dem eigenen Auto anreisen solltet, und vorab einen Platz in einem Parkhaus reserviert habt, wundert euch nicht, wenn ihr vor Ort den Schlüssel im unverschlossenen Auto liegen lassen sollt. Das ist hierzulande eine übliche Vorgehensweise, da möglicherweise einmal Autos aufgrund von Platzmangel umgeparkt werden müssen. Wir ließen unser Auto zwar nur ungern zurück, nach 3 Tagen stand es aber immer noch an Ort und Stelle. Glück gehabt. 😉

Bei Anreise mit dem Flugzeug landet der Großteil der Reisenden am Flughafen Marco Polo. Dieser hat einen direkten Wasserzugang, sodass ihr problemlos mit einem Boot ins Stadtzentrum übersetzen könnt.

Der Verkehr der öffentlichen Linienboote auf den Kanälen ist nicht nur praktisch sondern meiner Meinung nach auch eine gute Alternative wenn ihr euch das Geld für eine Gondelfahrt sparen, aber dennoch in den Genuss einer Bootsfahrt kommen wollt. Zwei Gesellschaften – ACTV und AliLaguna – pendeln auf verschiedenen Routen von Station zu Station und bringen euch ebenfalls auf die sehenswerten Nachbarinseln (siehe Tipp Nr. 3).

3. Besuche Murano & Burano

Wer das erste Mal die Lagunenstadt besucht, wird zunächst die bekannten Hauptsehenswürdigkeiten der Innenstadt (Rialto Bridge, Markusplatz usw.) besichtigen wollen. Durch die übersichtliche Beschilderung findet ihr euch aus jeder Richtung gut in den verwundenen Gassen zurecht. Abseits der „Hauptgassen“ winden sich viele kleine, enge Gässchen durch die Stadt sowie die ein oder andere Abkürzung, die es euch ebenfalls ermöglichen, das Flair der Stadt abseits der Touristen aufzusaugen.

Bei einem mehrtägigen Aufenthalt bleibt jedoch genug Zeit, um auch einmal auf die zahlreichen Nachbarinseln überzusetzen. Besonders beliebt sind hierbei die für ihre Glaskunst bekannte Insel Murano sowie die ehemalige Fischerinsel Burano, die mit ihren Spitzen und farbenfrohen Häuser hevorsticht.

Übrigens: Da der Nebel oft wie ein sanfter Schleier über der Lagune liegt, malten die ehemaligen Fischer ihre Häuser in knalligen Farben an, um den Heimweg leichter zu finden. Das ist bis heute so geblieben. Ein Glück, denn die Farbvielfalt macht richtig gute Laune und besonders bei Sonnenschein strahlen die Häuser um die Wette.

Für meine Gemälde nutze ich ebenfalls gern knallige Farben, um positive Energie zu versprühen. So entstand die Idee zu meinem Werk „Kanal“, das ihr ebenfalls als Kunstdruck in meinem Etsy-Shop erwerben könnt.

„Kanal“ | Acryl auf Leinwand | 2022 | 80 x 80 cm

4. Über den Dächern der Stadt

Was bei einem Städtetrip für mich nie fehlen darf, ist ein Blick von oben. Das Kaufhaus Fondaco dei Tedeschi bietet euch in Venedig diese Möglichkeit. Und das Beste daran? Der atemberaubende Blick ist absolut kostenfrei! Ihr müsst lediglich vorab einen Zeitraum reservieren und dürft dann innerhalb dieses Zeitfensters die Aussicht genießen.

Tipp: Informiert euch, wann die Sonne untergeht und nutzt die Golden Hour. Dann wird der Canale Grande in ein warmes Licht getaucht und ihr könnt für einige Minuten den Sonnenuntergang genießen.

5. Venezianische Gaumenfreuden

Cicchetti gelten als die venezianischen Tapas. Sie sind an jeder Ecke in den sogenannten Bacari, den traditionell Weinbars, erhältlich und ein super Häppchen für Zwischendurch. Probiert euch gern durch die zahlreichen, selbstgemachten Aufstriche und Kreationen.

Immer eine Verkostung wert ist die italienische Pizza, der Klassiker schlechthin. Denn ehrlicherweise schmeckt selbst eine Pizza Margherita in Italien als wäre sie von Zauberhänden gefertigt. 😉

Mein Restauranttipp: Das Restaurant Oniga zählt vielleicht nicht zu den günstigsten Restaurants in Venedig, doch die Speisen sind wahnsinnig lecker. Die holzverkleideten Wände und die zahlreiche, wild platziert wirkende Deko geben dem Restaurant sein historisches Flair. Gerade Fisch- und Meeresfrüchte-Liebhaber werden hier auf ihre Kosten kommen!

Übrigens: Frisches Obst und Gemüse und eine Auswahl an frischem Fisch und Meerestieren finden die Venezianer auf dem Wochenmarkt. Von Dienstag bis Samstag dieser im Stadtteil San Polo (Campo de le Becarie – Loggia Grande und Loggia Piccola) statt. Hier kaufen nicht nur die Lagunenbewohnerinnen und -bewohner ein, sondern auch Restaurantbesitzerinnen und -besitzer erhalten hier die frischesten Zutaten für ihre Tagesmenüs.

6. Erlebe Venedig im Karneval

Der Karneval in Venedig ist nicht von dieser Welt – und absolut nicht mit unseren Faschingsumzügen in Deutschland zu vergleichen. Von Januar bis Februar werfen sich die Venezianer in ihre pompösesten Kostüme, reichlich verziert mit Glitzer und blinkenden Strasssteinen und schlendern anmutig durch die Gassen.

Wir merkten – die Venezianer lieben ihre Kultur. Auch wenn die Touristenmassen zu dieser Zeit ebenfalls auf Hochtouren laufen, sind die wandelnden Kunstwerke einfach nur faszinierend.

7. Peggy Guggenheim Collection mit versteckter Terrasse

Als Künstlerin und Kunstliebhaberin war für mich der Besuch der Peggy Guggenheim Collection, einer Sammlung moderner Kunst, natürlich ein Muss. Was ich vorher nicht wusste: Der Ausstellungsort besitzt abgesehen von einem schattenspendenden Garten ebenfalls eine große Terrasse die einem einen direkten Ausblick auf den Canale Grande eröffnet. Neben den sehenswerten Gemälden bekannter Maler wie Picasso und Kandinsky eindeutig ein zusätzlicher Grund für den Besuch des Museums!

Apropos Kunst:

Es wird gemunkelt, dass auch Banksy sich mit einem Grafitti in der Lagunenstadt verewigt hat. Ihr findet es im Studentenviertel Dorsoduro.

Ich hoffe, der ein oder andere Tipp hilft euch bei der Planung eurer ersten oder nächsten Reise in die Lagunenstadt und ihr verliebt euch genauso in Venedig, wie ich es getan habe!

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